Fakten und Zahlen

Bauherr: Gebäude- und Grundstücksgesellschaft Zwickau mbH, Parkstraße 1–4, 08056 Zwickau | Projekt: Neubau „Glück Auf“ Schwimmhalle Zwickau, Tonstraße 5, 08056 Zwickau | Projektsteuerung: Bauplanungs- & Ingenieurbüro Hertrampf GmbH, Dr.-Friedrichs-Ring 9, 08056 Zwickau | Generalplanung: Bauconzept® Planungsgesellschaft mbH, Bachgasse 2, 09350 Lichtenstein/Sachsen

Mit der neuen „Glück Auf“ Schwimmhalle in Zwickau, der Automobil- und Robert-Schumann- Stadt, am Standort eines ehemaligen Berufsschulzentrums im Stadtteil Schedewitz entstand ein Bad für alle Zwickauerinnen und Zwickauer. Nach einer zweijährigen Bauzeit wird der Ersatz für das alte Hallenbad in der Zwickauer Flurstraße am Samstag, 22. Juni 2013, eröffnet. Kinder lernen hier in Zukunft schwimmen, Senioren können ihre Bahnen ziehen und Vereine in den unterschiedlichen Disziplinen trainieren. Parallel dazu steht ein zweites Becken beispielsweise für das Babyschwimmen zur Verfügung.

Das Herzstück der „Glück Auf“ Schwimmhalle bildet das wettkampfgerechte 50-Meter- Schwimmbecken mit acht möglichen Bahnen und verfahrbarer Startbrücke in einer großen strahlenden Halle. Die 21 Meter lange und zwei Meter breite Startbrücke aus einer Edelstahlkonstruktion bewegt sich auf einem 33 Meter langen Fahrbereich entlang des Schwimmbeckens. Blickfang dieser weitläufigen Schwimmhalle stellt eine Drei-Meter-Plattform mit eigens entwickeltem Design dar. Durch die gefliesten Sitzbänke ist eine Doppelnutzung von sowohl den Zuschauern als auch den Schwimmern möglich.

Für den wirtschaftlichen Betrieb der Anlage wartet die Schwimmhalle mit viel technischem Know-how auf. Die Wärmeversorgung des Schwimmbades erfolgt für die Grundlast durch ein Blockheizkraftwerk in Modulbauweise. Durch die Alternativenergien wird der Hauptenergieanteil des Jahresheizwärmebedarfes abgedeckt und gleichzeitig Strom bereitgestellt. Zusätzlich unterstützen Solaranlagen die Warmwasserbereitung und die Badewassertechnik in der Beheizung.

Des Weiteren wurden einige Maßnahmen zur Energieoptimierung und Darstellung der Wirtschaftlichkeit in Bezug auf die Badewassertechnik eingebracht. Darunter zählt der Einsatz von Permanent-Magnet-Motoren bei den Umwälzpumpen und Wärmetauscherpumpen für mehr Leistung durch höchste Wirkungsgrade, weniger Betriebskosten durch hohe Energieeinsparungen und weniger Kohlendioxid-Ausstoß durch geringeren Stromverbrauch. Darüber hinaus wird im belastungsabhängigen, reduzierten Betrieb Tag und Nacht die Umwälzmenge an die tatsächliche Belastung der Badebecken durch Badegäste angepasst und mit Hilfe der Überwachung der Hygiene-Hilfs-Parameter reguliert. Außerhalb der Betriebszeit wird über automatische Umschaltung auf Internumwälzung das Wasser direkt aus dem Badebecken abgesaugt, über die Filter geschickt und dem Badebecken wieder zugeführt. Durch die Absenkung des Wasserspiegels erfolgt kein Überlauf über die Rinne in den Schwallwasserspeicher. Das Filterrückspülwasser wird zu 70 Prozent in der Schlammwasseraufbereitungsanlage aufbereitet und den jeweiligen Schwallwasserbehältern als Frischwassernachspeisung wieder zugeführt.

Die Außenluftansaugung bzw. Fortluftentsorgung erfolgt über freistehende Türme im Außenbereich. Die Lüftungsanlage „Schwimmerbecken“ ist zur Entfeuchtung mit einer Wärmepumpe ausgerüstet. Das konventionelle Verfahren der „Rein-Raus-Lüftung“, das heißt der Austausch feucht-warmer Schwimmhallenluft gegen trocken-kalte Außenluft und deren Aufheizung auf Schwimmhallentemperatur, führt zu einem hohen Energieverbrauch. Einen wesentlich geringeren Energieeinsatz benötigt dagegen die Entfeuchtung der Schwimmhalle durch Abkühlung der Schwimmhallenluft unter ihren Taupunkt. Die so getrocknete Luft wird anschließend mit ihrer eigenen, beim Abkühlen entzogenen Wärme wieder aufgeheizt, ohne jeden Energieverlust. Die Beimischung eines definierten Außenluftanteils zur Erneuerung der Schwimmhallenluft ist hygienisch erforderlich.


FAKTEN/INFORMATIONEN:

FLÄCHEN
Grundstücksfläche gesamt ca. 9000 m2
Gebäude Schwimmhalle 3500 m2
74 Pkw-Stellplätze
4 behindertengerechte Stellplätze
60 Fahrradabstellplätze

UMKLEIDEBEREICH
6 Sammelumkleiden á 38 Schränke
12 behindertengerechte Schränke
insgesamt 240 Garderoben-Schränke

DUSCHEN
22 je Geschlecht (2 Duschräume)

SCHWIMMERBECKEN
Maße: 21 x 52 m (8 Bahnen)
Wasserfläche: 1092,60 m2
Wassertiefe: 2,00–3,50 m (fallend)
Sprunganlage mit Dreimetersprungturm

LEHRSCHWIMMBECKEN
Maße: 16,66 x 10,00 m
Wasserfläche: 191,60 m2
Wassertiefe: 0,90–1,35 m (fallend)

SONSTIGES
350 Zuschauerplätze
verschiebbare Startanlage  (>>> techn. Zeichnung)
Zeitmessanlage


TECHNIK

Elektrotechnik:
Installierte elektrische Leistung: 180 KW
Visualisierte Bussteuerung (EiB)

Heizung
Installierte Wärmeleistung gesamt: 1000 KW
- Trinkwassererwärmung 160 KW
- Fußbodenheizung 102 KW
- Lüftungsanlage 600 KW
- Beckenwassererwärmer 570 KW

Badewassertechnik
Mehrschichtfiltration, Ultrafiltration
Beckenwasserkreislauf 1: Schwimmerbecken
28°C Wassertemperatur, 480 m3/h
Beckenwasserkreislauf 2: Nichtschwimmerbecken
30°C Wassertemperatur, 143 m3/h
Schlammwasseraufbereitung 2,25 m3/h
UV-Bestrahlung Schwimmer- und Lehrschwimmbecken
Membranzellenelektrolyse 1 kg/h, Aktivchlor
verbrauchsabhängige Steuerung

Lüftung
Anlage 1 – Badehalle: 76 200 m3/h, 32°C
Anlage 2 – Umkleiden: 4 500 m3/h, 28°C
Anlage 3 – Fitnessbereich: 1 300 m3/h, 22°C
Anlage 4 – Foyer/Personal: 3 200 m3/h, 22°C
Anlage 5 – Technik: 1 850 m3/h, 20°C
Anlage 6 - Konferenzbereich: 660 m3/h, 22°C

ENERGIEOPTIMIERUNGEN
Wärmepumpe Lüftungsanlage
Konstantlichtregelung
Solarthermieanlage mit 39 Solarmodulen für Erwärmung Trinkwasser und Badewasser
Blockheizkraftwerk (BHKW) in Modulbauweise
Lieferleistung: 200 KW thermisch/150 kVA elektrisch,
Spitzenlast über zwei Brennwertkessel á 370 KW